Standorte·18. Feb. 2026·9 Min. Lesezeit
Cross-Country vom Engadin aus
Auf dem Engadiner Hochplateau lernen Schweizer Streckenflieger, in Tälern statt in Graten zu denken.

St. Moritz liegt auf achtzehnhundert Metern, die umliegenden Berge schieben weitere zweitausend darüber. Für den Streckenflieger ist diese Geometrie ein Geschenk: das Plateau wirkt als warmer Boden, die Gipfel als Wendepunkte, der Wind stellt sich fast immer entlang desselben Korridors ein. Wir fliegen das Engadin, um Geduld zu lehren. Hundert Kilometer ab Start erreicht man nicht durch Aggression, sondern durch Sparsamkeit — hoch steigen, weit gleiten, der Versuchung widerstehen, den sonnigsten Hang zu jagen. Wer die Runde schliesst, behandelt den Himmel als Budget, nicht als Rennstrecke.
Von Marc-André Weber